Vestamatic Touch Control - Olaf Thiele Produkt Design Studio Berlin Vestamatic Touch Control - Olaf Thiele Produkt Design Studio Berlin

Vestamatic Touch Control

Vestamatic Touch Control

Vestamatic Touch Control

Kunde: Vestamatic GmbH, Mönchengladbach
Jahr: 2011
Anforderungen: Konzept, Projektmanagement, Design, Interface, Konstruktion

Konzept

Der Benutzer im Zentrum der Entwicklung

Bereits vor einigen Jahren führte die Vestamatic GmbH die erste Rollladensteuerung mit Touchscreen ein – die Quattro. Die Touch Control sollte der Nachfolger der erfolgreichen Quattro werden. Mittlerweile sind Touchscreens allerdings in unserem Alltag angekommen und allein kein Verkaufsargument mehr. Vor allem die Lesbarkeit und die Benutzerfreundlichkeit sollten komplett überarbeitet werden. Einfachheit wird zum neuen Verkaufsversprechen! Die Lesbarkeit des Vorgängermodells war tatsächlich ein Problem. Die Quattro arbeitet noch mit einem Segmentdisplay, was bedeutet, dass alle Symbole und Zeichen auf dem beschränkten Touchscreen von 40 x 40 mm untergebracht werden müssen, und dass das Darstellen von Icons und Schrift technisch stark eingeschränkt ist.

Design

Hübsch eingerahmt

Das Design von Wandsteuerungen ist einigen Normen unterworfen. So kann man den Touchscreen nicht vergrößern, da er in das Standard-Rahmenmaß von 50 x 50 mm passen muss. Außerdem werden die Steuerungen auf der normierten Steckdosenhöhe von 105 cm angebracht – man muss sich stark bücken, um den Touchscreen ablesen zu können. Dem wollten wir entgegenwirken, indem wir den Touchscreen, ähnlich wie Lichtschalter, etwas hervorstehen lassen. So kann er besser gelesen werden, fügt sich aber trotzdem harmonisch in das Gesamtbild ein. Außerdem konnten wir auf ein Dot-Matrix-Display umsteigen, ohne teurer werden zu müssen. Dieses Display ermöglicht eine freie Programmierung und damit auch die Darstellung aufwendiger Icons und Schriften. Das Design sollte vor allem dem Touchscreen so viel Platz wie möglich einräumen, um die Lesbarkeit zu verbessern und eine harmonische Einheit mit dem Vestamatic Schalterrahmen bilden. Das einteilige Gehäuse garantiert eine schnelle und kostengünstige Montage des Screens, der sicher und geschützt platziert wird.

Interface

Das Komplexe einfach wirken lassen

Das Interface der Vestamatic Touch Control war die zentrale Gestaltungsaufgabe. Da die Steuerungen im Privaten wie auch in Geschäftsgebäuden vielseitig eingesetzt werden können, bieten sie eine Vielzahl an Funktionen und Einstellungen, mit denen der ‘normale’ Benutzer schnell überfordert sein kann. Alle Basisfunktionen, die vom Benutzer täglich beansprucht werden, sind schnell zugänglich auf dem Startscreen angeordnet – hoch, runter, stopp, automatik / manuell und Menü. Öffnet der Benutzer das Menü, sind Funktionen, die für den Benutzer relevant sind, und Einstellungen, die vom Fachmann vorgenommen werden, in zwei unterschiedliche Untermenüs getrennt. Angezeigt werden jeweils ein Icon und eine Bezeichnung. Außerdem sind zu jedem Menü und Untermenü Hilfstexte abrufbar – quasi eine integrierte Bedienungsanleitung. Ein absolutes Novum in der Branche! Die Untermenüs sind identisch aufgebaut, was die Orientierung vereinfacht. Werte können über eine Zehnertastatur eingestellt werden und nicht wie üblich über endlose Plus- oder Minus-Tasten. Die Funktionshierarchie ist logisch und nachvollziehbar geordnet. Mit der Programmierung des Sonnenlaufes über die Postleitzahl und der Infoanzeige im Ruhemodus wurde absolutes Neuland beschritten! Die Funktionen sind von den Benutzern besonders gut aufgenommen worden.

Icons und Schrift

Wie Gutenberg – nur auf Touchscreen

Um die bestmögliche Lesbarkeit und Raumausnutzung auf dem Touchscreen zu realisieren, werden eine eigene Schrift und ein kompletter Icon-Satz entwickelt. Bestehende Icons aus früheren Produkten mussten auf die Pixeldarstellung übersetzt werden. Dabei musste vor allem auch auf den begrenzten Speicherplatz des Chips geachtet werden – Ziffern, die nicht gebraucht werden, sind nicht im Satz enthalten.

Konstruktion

Der Weg in die Serie

Das Design wurde von uns in Absprache mit dem Werkzeugbauer, dem Spritzgießer und den Elektroniklieferanten durchkonstruiert und für die Fertigung und Montage optimiert. Anhand von Simulationen können Füllszenarien visualisiert und erprobt werden. So können mit dem Hersteller optimale Anspritzpunkte, Materialien und Werkzeugauslegung gefunden werden, um die Qualität der Teile zu garantieren. Alle Entwicklungs- und Konstruktionsdaten wurden gesammelt und dokumentiert. Die finalen Fertigungsdaten dienen den Herstellern und dem Wareneingang zur Qualitätssicherung. Erstmuster und Nullserie wurden von uns geprüft und dokumentiert.

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